Einfach

Ich, einfach

Einfach schön, dass ihr hier auf meiner Seite vorbeischaut. Wer bin ich, was tue ich und was wirst du hier lesen dürfen?

 

Ich bin Muriel Dietiker, weiblich (das muss ich insbesondere im Schriftverkehr immer wieder erwähnen. Denn es kommt nicht selten vor, dass ich mit Herr Dietiker angeschrieben werde). Ich feierte dieses Jahr am 25. Februar meinen 40. Geburtstag. Ein geschichtsträchtiges Datum, nicht weil ich mir etwa einbilde, dass mein 40. Geburtstag ein weltbewegendes Ereignis wäre. Nein, an diesem Tag wurde über den ersten Coronafall in der Schweiz berichtet. Zack 40ig, zack steht die Welt still.

 

Genau, ich lebe in der Schweiz, genauer in Basel und ganz genau in Allschwil. Hm, ja, Allschwil, ja ist nicht Basel, aber ich wohne ganz nah an der Stadtgrenze. Sehr wichtig für mich. Denn nach einer nomadenähnlichen Wohnortstour durch die Schweiz und Frankreich bin ich 2009 in Basel gelandet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Dann aber, 2015 ergab es sich, dass ich in Allschwil eine wahnsinnstolle Wohnung fand, die zum Kauf ausgeschrieben war. Wohnung kaufen oder in Basel bleiben? Wohnung kaufen oder in Basel bleiben? So ging das hin und her, bis ich mich dann für die Wohnung in Allschwil entschieden habe. Irgendeinen Haken hat ja bekanntlich immer alles. Na gut, dann ziehe ich halt nach Baselland. Die Tatsache, dass ich in Allschwil nur gerade eine Tramstation von der Stadtgrenze entfernt wohnen würde, tröstete etwas über den Kantonswechsel hinweg. Mein Auto fuhr ich übrigens noch lange mit meiner BS-Nummer durch die Gegend. Da brauchte ich Zeit, mich davon zu trennen. Ich war überhaupt nicht scharf darauf, eine BL-Nummer an mein Auto zu montieren. Irgendwann musste ich ja dann, sonst wäre es teuer geworden. Gut, dann halt. Aber irgendeine Nummer durfte es nicht sein. So kam es, dass ich (wichtiger Hinweis: Ich immer so: „Für ein Nummernschild Geld auszugeben? Ich sicher nie.“) ein ganz bestimmtes BL-Nummernschild haben wollte und dafür auch Geld ausgegeben habe. Mein jetziges BL-Nummernschild ist von der Zahlenabfolge nämlich mit dem alten BS-Nummernschild bis auf zwei vertauschte Ziffern identisch. Heute muss ich ja echt lachen über meine damaligen Bedenken, nach Allschwil zu ziehen. Hey, heute wohne und arbeite ich hier.

Stichwort Arbeit. In den sozialen Netzwerken präsentiere ich mich oft wie folgt: Mein Werdegang ist weder gradlinig noch langweilig. Genau das zeichnet mich aus. Viel gesehen, viel erlebt, viel gelernt! Er hat mich genau dahin geführt, wo ich heute sein will. Nun gut, nun wisst ihr noch nicht wirklich viel mehr darüber, was ich arbeite und in welcher Branche ich tätig bin. Also, ich bin heute selbständig als Masseurin in meiner eigenen Praxis tätig. Das war nicht immer so, nein ganz und gar nicht. Direkt nach meinem Studium war ich als Primarlehrerin tätig. Noch heute kann ich mich haargenau an meinen ersten Arbeitstag erinnern. Ich sass an meinem Lehrerinnenpult (ich bin ja weiblich), wartet auf das Ertönen des „Gongs“ (=Schulglocke) und meine neue Klasse. Ich schaute aus dem Fenster in die Ferne und dachte mir: „Bin ich hier wirklich richtig?“ Retrospektiv betrachtet war dies ein so bezeichnender Moment. Hier kürze ich gerne ab und greife später dann einige Stationen in meinen Blogs wieder auf. Nach meiner 4,5 jährigen Lehrertätigkeit führte mich mein Weg nach Frankreich (der Liebe wegen), danach zurück in die Schweiz (ja, es war aus) nach Zermatt in die Hotellerie und dann eben nach Basel. Hier absolvierte ich den EMBA (executive Master of Businessadministration), arbeitete zuerst im kaufmännischen Bereich bevor ich den Weg doch wieder zurück in die Schule fand, nun aber als Schulleiterin. Danach ging es weiter in die Verwaltung und wieder zurück in die Schule, wieder als Schulleiterin und dann, ja dann ging gar nichts mehr. Aus, fertig, Schluss, rien ne va plus. Burnout mit der Diagnose Erschöpfungsdepression. Das war 2017. Mein Jahr, mag vielleicht komisch klingen, ist aber so. 2017 war mein Jahr der Entscheidung. Jetzt muss ich aber wirklich etwas verändern, denn so kann und will ich nicht weiter machen. Ich entschied mich für einen achtwöchigen Klinikaufenthalt im Engadin. Oh das Engadin, über diesen Ort, diese Region muss ich später noch ganz viel ausführlicher berichten.

Bleiben wir aber vorerst beim Klinikaufenthalt und meiner wegweisenden Entscheidung. Ich entfloh während acht Wochen in eine Bubble und arbeitete intensiv und hart an mir selbst. Ich musste anerkennen, dass ich eine Depression durchlaufe und auf Hilfe angewiesen bin, um da wieder raus zu kommen. Ich musste akzeptieren, dass ein langer Weg vor mir liegt, es sich aber lohnt, und ich es mir Wert bin diesen zu gehen. Es war hart, schrecklich, schlimm, fantastisch, genial, zermürbend, elendiglich, das Beste was ich machen konnte, grandios, unausstehlich, katastrophal, der absolute Burner. Ihr merkt, es war eine Berg- und Talfahrt sondergleichen. Aber es hat sich so etwas von gelohnt. Heute bin ich einfach nur unendlich dankbar für diese Zeit. Ich habe da den Mut und den Glauben an die Veränderung gefunden. Ich fange einfach noch einmal neu an. Es ist möglich und überhaupt nicht zu spät. Jetzt mache ich das, was ich wirklich will. Voilà, heute bin ich selbständig als Masseurin in meiner eigenen Praxis tätig. Es ist nicht so, dass ich den Turnaround bereits geschafft hätte. Nein, ich befinde mich noch immer auf meinem Weg raus aus der Depression. Es ist auch nicht so, dass nun alles super läuft, nein ganz und gar nicht. Aber ich weiss warum ich diesen Weg gewählt habe und wohin ich möchte. Und ich weiss, dass ich es schaffen werde. Niemand und nichts können mich davon abhalten, mein Ziel zu erreichen. Wisst ihr was? Dies so bestimmt sagen zu können ist das grösste und befriedigendste Gefühl, das es gibt.

Und schon sind wir bei der Frage angelangt, warum ich diese Website erstellt habe. Zum einen dient sie mir als persönliches Tagebuch und zur weiteren Verarbeitung meiner Geschichte. Zum anderen möchte ich gerne offen über ganz bestimmte Dinge reden dürfen. Denn ich weiss und wir alle wissen, dass meine Geschichte überhaupt nichts Besonderes ist. Nein ganz und gar nicht, es geht ganz vielen von uns genauso oder sehr ähnlich. Indem ich offen über meine Geschichte rede, nehme ich ihr die Besonderheit. Genau das möchte ich. Es ist normal, dass man an seine Grenzen stösst. Es ist normal, dass man ein Burnout erleiden kann. Es ist normal, dass man einen lückenhaften Lebenslauf hat. Es ist normal, dass man einen Neuanfang wagt. Es ist einfach normal. Ich bin einfach ich, du bist einfach du, wir sind einfach uns mit meiner, deiner, unserer Geschichte. Sie sind alle nichts Besonderes, aber jede absolut einzigartig und erzählenswert.

 

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Muriel Dietiker

Einfach

Mein Werdegang ist weder gradlinig noch langweilig. Genau das zeichnet mich aus. Viel gesehen, viel erlebt, viel gelernt!
Er hat mich genau dahin geführt, wo ich heute sein will. 

Muriel Dietiker

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